Studium Generale

Chinas Ehrgeiz in den kommenden Jahren - innen wie außen

Prof. Dr. Siegfried Englert, Staatssekretär a. D.

Auf dem 18. Parteitag im November 2012 wurde Xi Jinping (*1953) zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas gewählt sowie zum Vorsitzenden der Zentralen Militärkommission. Ein Jahr später wurde er zum Staatspräsident ernannt. Auf dem 19. Parteitag 2017 wurde sein „Gedankengut für das neue Zeitalter des Sozialismus chinesischer Prägung“ in die Parteiverfassung aufgenommen. Obwohl er mehr Macht in seiner Person vereinigt hat, als seine Amtsvorgänger, er einen Kult um seine Person zulässt, die an Mao Zedong erinnert, und obwohl er die Zensur der Medien in beispielloser Intensität betreibt, ist er in der VR China außerordentlich populär. 2018 wurde die bisher übliche zeitliche Begrenzung der Präsidentschaft aufgehoben. Innenpolitisch betreibt er die Einführung eines Sozialkreditsystems, was eine ziemlich weitgehende Disziplinierung der Menschen und Unternehmen zur Folge haben wird, außenpolitisch fördert er die Errichtung der Initiative „One belt, one road“, womit die Erneuerung der kontinentalen und maritimen Seidenstraßen gemeint ist. Der Vortrag soll kein Zukunftsorakel sein, sondern eine Zusammenfassung dessen, was wissenschaftlich bisher messbar gewesen ist.

Siegfried Englert (*1947), Studium der Sinologie in Heidelberg, den USA, in Taiwan und Japan und in der VR China 1973 – 75. Nach der Promotion in Heidelberg Förderreferent bei der Stiftung Volkswagen. 1988 Gründung des Ostasieninstitutes der Hochschule Ludwigshafen gemeinsam mit seiner Frau Barbara Schmitt-Englert, 1996 – 2006 Kurator der Klaus Tschira Stiftung in Heidelberg, danach bis 2011 Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz. Seit 2002 Lehrauftrag an der Universität Liechtenstein.

Datum: 2019-11-11