Studium Generale

Homöopathie - Fake oder Wissenschaft?

 

Prof. (em.) Dr. med. Dr. rer. nat. Klaus Aktories, Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Vor etwa 200 Jahren begründete der Arzt Samuel Hahnemann die Therapiemethode der Homöopathie. Wesentliche Prinzipien der homöopathischen Therapie gehen direkt auf ihn zurück und sind am ehesten aus einer historischen Perspektive zu verstehen. Zu diesen Prinzipien der Homöopathie zählen 1. die Ähnlichkeitsregel, 2. die Prüfung von Arzneimitteln beim Gesunden, 3. das Potenzieren von Arzneimitteln durch Verdünnen und 4. die individuelle Therapie. Die Ähnlichkeitsregel (nach Hahnemann "Similia similibus curentur") besagt, dass der Arzneistoff für die Therapie geeignet ist, der die Symptome der zu heilenden Krankheit beim Gesunden auslösen kann. Die Prüfung des Arzneimittels bei Gesunden führt zu seinem typischen Arzneimittelbild, das ein Auflisten der individuell erfahrenen Symptome darstellt. Nach Hahnemann wird die Wirkung der homöopathischen Arzneimittel durch Verdünnen verstärkt (Potenzierung/Dynamisierung). Dieses Potenzieren des Arzneimittels kann schließlich zu Verdünnungen führen, die keinen Wirkstoff mehr enthalten. Das Konzept der individuellen Therapie ist am ehesten die rationale Basis einer möglichen Wirksamkeit der homöopathischen Therapie.


Datum: 2019-10-28